ein kurzes Bändhistörchen

Wer ist immer der Arsch, der die Drecksarbeit machen muß?...der Schlachzeuger

Daher hab ich also die Ehre, die heilige Schrift unseres Bandinfos zu verfassen.

Es begab sich also im Jahre 2002 aD, das es einem hyperaktiven Schreihals namens Rene Ruin ist seiner erfolgsverwöhnten Deutschpunk-Oldie Koffercombo 1982 zu langweilig wurde.So zwang er kurzerhand seine Seitenquälerkollegen Dragan (Gitarre) und Andi (Bass), ihn bei seinem Kreuzzug gegen den Rest der Welt musikalisch zu begleiten. Mit dem Versprechen von Reichtum, Ruhm und tausend willigen Jungfrauen konnte man dann auch Dragans alten Kampfgefährten Jovan für die Schießbude gewinnen, nachdem ihr Versuch gescheitert war, mittels der deutsch-serbischen Krachverschwörung "COLPO DI STATO" den Untergang der zivilisierten Welt herbeizulärmen.Nach ein bisschen sporadischem Rumgeprobe wurde dann zum Anlass des Bonner Chaostageablegers 2002 (RockīnīRoll-Kindergeburtstag) zum ersten Mal die Bühne bzw. der Rheinstrand geentert und wie noch häufiger in der Zukunft traf man auf einen Haufen gelangweilter weil überfordeter Punx und die zwei üblichen Drei, die sich rotzevoll vor der Bühne im Komapogo übten.Erfolg auf der ganzen Linie also.
Aber ich schweife ab...
Da der infernalische Lärm unserer Don Quischotten trotz allem natürlich keinen Reichtum, Ruhm oder gar Jungfrauen zu ihnen lockten, schmiss Jovan kurzerhand das Handtuch und man stand auf einmal ohne Hampelmann im Hintergrund da. Ein adäquater Ersatz konnte aber schnell von Rene aufgetrieben werden, da im nächstbesten Punkerjuze (und Heimstätte des 1982-Proberaums) ständig ein Dorftrottel namens Stepi rumlief, der,wenn er nicht grade hausmeisternder Weise Stromschläge kassierte, noch in der berüchtigten Rumpelhardcorekapelle KINDA VONNER KRACHMACHERSTRASSE das Schlagzeug verprügelte. Und mit dem Versprechen von Reicht.....ihr wisst schon.
Nach etwas weniger sporadischem Rumgeprobe und dank der inzestösen Verbindungen zu 1982 konnten wir die ersten Feldzüge durch diverse AZ- und Juzebühnen quer durchs Land bestreiten, da noch mit einem unglaublich holpernden, aber doch sehr charmanten Demo inklusive 100% KasiImProberaum-Schrammelsound im Gepäck.
Zu dieser Zeit begab es sich, das sich einige Leute in der Punkszene tummelten, für die es unglaublich trendy und cool zu sein schien, sich mit irgendwelchen bescheuerten Nazisymbolen vollzuhängen bzw entsprechendes Hohlschädelgewäsch von sich zu geben und dat dann Oi!Unpolitisch! zu nennen.Das ließ bei Rene und Dragan natürlich gehörig die Kämme schwellen und dementsprechend folgte die niveaukongruente Antwort auf dem Fuße: Das grandiose ANTI-OI Logo, verziert mit Bandschriftzug war geboren (bzw. von HARNLEITA annektiert worden). Was nun folgte waren herrliche Kleinkriege und Schlammschlachte auf Konzerten und natürlich (auch gerne anonym) im Internet.
Wärend die Hippiefraktion in der Band (Andi und Stepi) noch nett gemeinte und dementsprechend vollkommen sinnlose Vermittlungsversuche unternahmen, kämpften sich die Frontschweine Rene und Dragan durch die Konzerte und z.T. auch nacher aus dem Laden (Hallo Koblenz!). Bevor es nun aber zum großen Wettrüsten und dem zwangsläufig folgenden Szene-Atomkrieg kommen konnte, zeigte die Zermürbungstaktik der Gutmenschenclique Wirkung und wir stampften das Ding bis auf weiteres ein. Zudem hatte Rene in der Zwischenzeit ein lyrisches Meisterwerk namens "Last Oi Scout" ins Papier geritzt, was nach einhelliger Bandmeinung einfach genau das aussagte, was wir dachten (und noch denken).
So konnten wir die Friedensdividende nutzen und endlich im pompösen Dog House Studio zu Kerpen mit Dennis von VERSUS unser erstes in Silber gegossenes Manifest zur Welt bringen.Im April 2004 erschien dann mit Schützenhilfe von Matula Records (Hallo Falk!) unsere erste Platte namens "No scene like me". Die Kleine war zwar nur eine halbe Stunde schwer und äußerst wackelig auf den Beinen, aber man spürte direkt die Energie und Zerstörungswut, die ihr von ihren Eltern vererbt wurde.Ausserdem war sie wunderschön (Pixel sind voll Punk, Alta!).
Erstaunlicherweise bezogen sich dann folgende Anfeindungen gewisser Oi!-Fetischisten auf einen Song auf "No scene like me" mit dem wunderschönen Titel "Fuck the working class". Das es in diesem Song aber überhaupt nicht um Oi!Skinhead! oder sowat ging, sondern Rene sich dort über seine BILD-indoktrinierten Trottelkollegen aus seiner ehemaligen Lehrwerkstatt ausließ, hatten diese Muckedjihadisten in ihrem gerechten Zornestaumel wohl übersehen (wahrscheinlich weil sie sich noch nicht mal die Mühe gemacht haben, den Text zu lesen).
Na, schon keine Lust mehr diesen Quatsch zu Ende zu lesen? Halte durch, am Ende dieses Pamphlets wartet ein FREIBIER zum download!!!
Nachdem wir nun endlich eine Reliquie zum Vorantragen unser Eigen nennen konnten, stand eigentlich dem weltweiten Kreuz- und natürlich Siegeszug nichts mehr im Weg...bis auf Lohnarbeit, Nachwuchs, Examen, an die Familie verschwendeter Urlaub oder schlicht und ergreifend keinen Bock, sich um Bandbelange zu kümmern. So dümpelte die Band vor sich hin, es wurden der ein oder andere Gig quer durchs Land und sogar eine 3-Tages Tour mit den PESTPOCKEN durch die Ostgebiete absolviert. Also quasi 5 Jahre die übliche Amateur-Band-Tretmühle.
Dabei bastelten wir aber kräftig an neuen Songs und Anfang 2009 wären wir soweit gewesen, die 2. Platte einzuhämmern. Diesmal wollten wirs komplett DIY probieren, ergo das ganze im mittlerweile eingerichteten Keller-Proberaum bei Dragan mit Rechner und erneut Dennis als Klangschrauber aufnehmen. Es sollte jedoch wieder mal n gutes halbes Jahr dauern, bis Termine gecheckt, Kram zusammengeschnorrt und wir auf Studioniveau zurechtgeprobt waren, bis wir uns endlich im November 2009 zur Krachklausur in Dragans Keller einschließen konnten.
Bis wir unseren neuesten Nachwuchs dann auf die Welt loslassen konnten, verging wiederum ein gutes halbes Jahr, da ich einen mehrmonatigen Try&Error-Photoshopkurs inklusive regelmäßiger Wutausbrüche absolvieren musste, bis ich das Cover und Booklet in druckbarer Version fertig hatte (keine Pixel sind auch voll Punk, Alta!).Außerdem galt es auch noch ein Presswerk zu finden, was unsere verqueren Ideen auch umsetzten konnte (Posterbooklet, Digipack, Goldfädeneinspinnung, Rohseidenkissen als CD-Tray,etc pp).
Aber die langen, qualvollen Wehen haben sich gelohnt. Unser Zweitgeborenes, getauft auf "Meine Art von Widerstand", ist ein schweres (45min.) und bis zum letzten Gen bzw. Ton durchgestyltes Designerbaby welches von der ersten Sekunde an schrie wie am Spieß und die gelegentlichen, kurzen Momente der Ruhe nur das Kräftesammeln für den nächsten Ausbruch bedeuteten.
Genug der Werbung, zurück zur Heldensaga...
Anders als bei konventionellen Geburten, wo Freunde und Verwandte tagelang verzückt die Brutstätte belagern, um den Frischwurf den verstörten Eltern aus den Händen zu reißen und erstmal ordentlich durchzugruscheln, war die Resonanz auf unsere Bandniederkunft eher verhalten.Im Klartext heißt das, wir haben zum Verrecken kein Label oder Vertrieb gefunden, was unsere Süße adoptieren wollte.Und wie so oft bei Untergrundbands machten wir aus der Not einfach eine Tugend, schrieben uns fett DIY auffe Fahne und vertreiben die Platte erstmal auf unserem hausgemachten Label "Wossaka Records", bis uns irgendwann die Majors die Bude einrennen.
Was macht man als Popel-Punkband mit neuer Platte im Anschlag? Natürlich touren, touren und nochmals touren.Was machen Estrella Negra stattdessen: Dragan zeugte erstmal weiteren Nachwuchs, Andi gab das süße Langzeitstudentenleben zugunsten eines Vollzeitjobs mit Überstundengarantie+Wochenendarbeit auf und Rene ließ an den Wochenenden lieber in zwielichtigen Hinterhof-Boxstudios Blut fließen. Und 1982 wollte ja auch noch mit Gigs gefüttert werden.Irgendwann arteten die Kämpfe um freie Termine dermaßen aus, das wir vor der Entscheidung standen, die Band sang und klanglos untergehen zu lassen oder das Bandkarussel anzuwerfen. Nach einem blut-, schweiß- und tränenreichen Bandplenum schmissen Dragan und Andi das Handtuch und der dreckige Rest machte sich auf die Suche nach neuen Mitstreitern.
Rene hatte das Glück, quasi direkt an einer ersprieslichen Quelle zu wohnen, denn sein Mitbewohner, Kickbox-Kollege und Azubi KARSTEN war bzw. ist zufälligerweise auch... wer weiß es, wer weiß es....Bassist! Und obwohl dieser sich privat eher mit Schwermetall vergiftet und Punk für ihn eher ein talentfreies Subgenre für Hardrock darstellt, war er sofort mit Feuer und Flamme dabei.
Um einen 6-Seitenquäler zu finden belagerte Stepi einige Wochen das SJZ, das als Estrella Negra-Rekrutierungsstätte auch ihm schon zum Verhängnis geworden war. Und als JANNIK eines Tages versonnen und nichts böses ahnend als seinen Dreadlocks spielte hatte er auch schon n Sack überm Kopf und fand sich im Proberaum wieder, wo er solange hirngewaschen wurde, bis er seinen jamaikafarbenen Gitarrengurt und die Bob Marley Platten verbrannte und als waschechter Punkrockgott wiedergeboren wurde.
Und so glüht der Schwarze Stern nun dunkler denn je im Punkrockhimmel und schickt sich an, wenn schon nicht die Weltherrschaft, dann doch zumindest eure Gehörgänge, Hirne und Herzen an sich zu reissen.